Über mich

Eine ganze Nation erstickt am Plastik

 Hallo ich bin Tien aus Ho Chi Minh Stadt mit einem glühenden Draht ins grüne Berlin. Ich möchte meinen Blog unserer aller Umwelt widmen, denn auch unsere Kinder verdienen es am Strand hemmungslos toben zu können! Warum möchte ich mich dazu äußern? Ganz einfach, mein Heimatland hat tausende Kilometer Traumstrand, Kite-Surfen, Insel Hopping und unter den Kokos Palmen Chillout, alles ist möglich in vollendeter natürlicher Schönheit.

Doch wir alle tragen jeden Tag dazu bei, unsere Umwelt mit aller Gewalt für die Nachwelt zu zerstören. Street Food ist trendy und was ist mit dem Müll? Der Urlauber spricht von Lokalen Spezialitäten, ich sehe ausschließlich Styroporverpackungen, Plastikbecher to go, extra Beutel um den verpackten Inhalt in einer weiteren Plastikverpackung heil transportieren zu können. Anschließend fliegt alles hoffentlich in den Mülleimer, leider allzu oft einfach auf die Straße und somit als bald in unsere aller Nahrungskette.

In Deutschland wird mittlerweile jeder Plastikbeutel gezählt, der klassische Jütebeutel ist voll angesagt und trotzdem versinkt die ganze Welt im Müll. Vietnam hat sich ebenso dem Kampf gegen Plastik verschrieben, nur ist dies schwer in die Köpfe oftmals kleinkarierter zudem unwissender Menschen hereinzuhämmern. Mittlerweile gibt es vor allem aus der jungen Bevölkerungsschicht einzelne die beispielsweise mit bunt bemalten Schildern den Müll auf öffentlichen Straßen einsammeln.

Das ist nicht alles, ehemalige Residenzen der Königsfamilie waren seit jeher Magneten für Touristen und Einheimische. An oft malerischen Ortschaften gelegene Herrenhäuser mit großen Gärten und exotischen Blumen werden von der Plastik Plage eingeholt. Die Menschen lassen fallen was auch immer Sie in ihren Händen haben, nur die wenigsten nutzen Mülleimer oder den garantiert in Reichweite befindlichen Plastikbeutel, um den erzeugten Müll darin zu entsorgen.

Seit den 50er Jahren 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff!

Allein in den vergangen 70 Jahren hat die Menschheit über 8,3 Milliarden Tonnen an nicht recycelten Kunststoffabfällen produziert. Dieser Plastikmüll landet unweigerlich auf Deponien, Seen und an den Stränden unserer geliebten Ozeane. Zum Verständnis, diese unvorstellbar große Zahl entspricht in etwa 20.000 Empire State Buildings in Plastikmüll. Wir krass ist das den?

Erst neulich habe ich von der unvorstellbaren schwimmenden Müllinsel gelesen, zwischen Hawaii und dem amerikanischen Festland treibt eine viermal größere Fläche als Deutschland! Das weltweite Plastik Problem ist akut, es ist an der Zeit zu handeln oder wir machen bald Urlaub auf riesigen Müllhaufen! Zumindest wäre das Platzproblem gelöst.

Diese Plastik Epidemie ist ein weitreichendes globales Problem, was mich persönlich traurig stimmt. Als ich vor kurzem hat die Unterwasserfotos von Caroline Power, aus der Karibik gesehen habe war ich total geschockt. Die Künstlerin der Fotografie hat schier unglaubliche Mengen an Plastikvermüllung von Plasteflaschen über Einwegbesteck und sogar Styropor Becher festgehalten. Kilometerweit deckt Plastik das malerische türkisfarbene Meereswasser ab.

Ich liebe die Inseln meiner vietnamesischen Heimat, auch wenn es noch nicht so schlimm ist, wie in der Karibik, es ist an der Zeit zu handeln. Touristenmassen und Fischerbote die Menschen müssen aufgeklärt werden, es hat noch nicht jeder verstanden das Plaste nicht cool ist. Wo sonst wegen Kleinigkeiten der einfache Bürger gegängelt wird, muss hier dringend eingegriffen werden.

Carolines Bilder vom „Platiktreiben“ in der Karibik gingen weltweit durch die sozialen Medien und haben viele Menschen berührt. Die Aufmerksamkeit muss weiter auf diese verehrende Umweltverschmutzung gelenkt werden. Als ich letztes Jahr Thailand besuchte und das anrüchige Pattaya erstmals erlebte war ich weniger wegen den aufreizenden erotischen Arbeitskräften an der Strandpromenade entsetzt, viel mehr das Baden fast überall verboten war. Und das in Thailand!

Mit Booten wurde unsere Gruppe voller Mädels, die sich im Tauchen ausprobieren wollten, auf weit entfernte Inseln bugsiert. Der heiß umworbene Badeort versinkt im Müll und hat quasi eine Jauche-Brühe am Stadtstrand und 5 Sterne Hotels blicken darauf.

Das neue Thema wird also die planetare Plaste Krise! Die Folgen sind kaum abzusehen, zum Schutz der Meere und aller Meeresbewohner muss gehandelt werden.

Lustig und traurig zugleich

Ihr habt es sicher auch gelesen oder im Fernsehen gesehen. Erst Kürzlich gab es Kanada, was wohl zu den reinlichsten Ländern mit den ultimativ sauberen Küstenabschnitten der Welt gehört, eine mehr als besorgniserregende Entdeckung. Kanadische Fischer hatten einen Hummer im Fang, dessen Hummerschere mit dem Logo eines bekannten Cola Herstellers verziert war. Schleichwerbung Unterwasser sozusagen, das macht mehr als deutlich, wie sehr Plastikmüll das Leben der Meeresbewohner mittlerweile beeinflusst.

Die Menschheit muss begreifen – Kunststoffabfall auf unserem gesamten Planeten Erde nachhaltig zu reduzieren.

Regierungen, Vereine und jeder einzelne muss sich dafür einsetzen, Plastikmüll den kampf anzusagen, gekaufte Flaschen zu recyceln oder auszuwaschen und weiterzuverwenden. Ich selbst habe eine Wasserflasche am Bett, die ich seit über einem Jahr jeden Tag nutze. Frisch ausgespült mit einem sauberen Glas brauch ich nicht 365 Plasteflaschen im Jahr, nur um am Bett frisches Wasser zu haben.

Auch der Kaffeetrinker begeht Sünden an der Umwelt

Erst neulich beim Besuch in Deutschland viel mir in einem Unternehmen auf, die haben einen Kaffeeautomaten auch für Tee, Kakao usw. Bei über hundert Mitarbeitern wie viele Berge mit Plastebechern mit zusätzlicher Thermobeschichtung entstehen da wohl am Tag und pro Jahr? In Vietnam wird unser Nationalgetränk vietnamesischer Kaffee traditionell mit Aufsatzfilter gekocht. Den hat manche Hausfrau seit der Hochzeit in der Küche stehen. Hier wird kein Silikonfilter, Papierfilter oder was auch immer benötigt. Auch keine Chemikalien um eine Kaffeemaschine zu reinigen.

In ganz Europa ist der Kaffee in unterschiedlichsten Ausführungen äußerst beliebt, die verschwenderischen trendigen Kapselmaschinen sind dabei pures Gift für unsere Umwelt. Es gibt viel bessere Kaffeekapsel Alternativen selbst Kaffee in einer Art Teebeutel. Man kann doch nicht von recyceln und umweltfreundlich sprechen und nebenbei jeden Tag für zwei bis drei Tassen Kaffee derartig viel Müll produzieren. Zumal diese Art von Kaffee vielleicht im Aroma punktet, aber doch nur durch Zugabe von Aromastoffen und nicht durch Qualitätsbohnen.

Wir müssen uns gemeinsam der Aufklärung widmen uns der Aufklärung von Personen und Unternehmen, um die Entsorgung und Reduzierung von Kunststoffabfällen neu zu überdenken. Die Plastikflut verhindern und neue Wege gehen im Alltag und Berufsleben auf der ganzen Welt. Ich möchte in meinem Blog über die schlimmen Umweltauswirkungen von Kunststoffen aufklären und an das Gewissen jedes einzelnen appellieren.

Mogelpackungen und deren Folgen

Im Blog werde ich ebenso versuchen regelmäßig informative Hinweise zu liefern über die Irrtümer der Industrie. Schön große Packungen mit viel Luft und guter Laune aufgedruckt mag gut aussehen kotzt mich aber richtig an. Bitte entschuldigt vorab meinen jetzt folgenden Ultra langen Frage-Satz, aber anders komm ich nicht auf den Punkt. Ich denke viele von Euch werden dieses Phänomen kennen.

Täglich im Supermarkt und später beim Naschen: Warum muss jeder einzelne köstliche Keks in einer überdimensionalen Umverpackung, in einer nochmals etwas kleineren Plastikeinlage, nochmal einzeln verpackt, neben all den kleinen leckeren anderen einzeln verpackten Keksen, in einer Verpackung angeboten werden?

Nach dem jeder einzelne Kekse verputzt wurde beleibt ein Haufen Müll über, der das Dreifache an Volumen einnimmt gegenüber der ursprünglichen SB-Verpackung. Der Clou, ich denke danach oh mein Gott, wie viel hab ich nur genascht … Pustekuchen! Die eigentliche Menge des Inhalts entspricht gerademal einem Bruchteil des gesamten Verpackungsvolumens.

Deshalb müssen nicht nur die Verbraucher über die Umweltauswirkungen von Kunststoffen und anderen oftmals sinnlosen Verpackungen aufgeklärt werden. Mein Ratschlag: große Verpackungen kaufen, wo man sieht, was drin ist, lose Auslagen im Supermarkt zum Abwiegen, den bunten Umverpackung aus Luft und Plastik vorziehen.

Kleinigkeiten verändern die Welt

Zuhause wo es nur, unbedingt auf Produkte aus Kunststoff verzichten. Der Mülleimer kann ausgespült werden, Biomüll in Zeitung eingewickelt. Was glaubt Ihr passiert mit Bio-Müll in Plastiktüten. Der landet überall nur auf keinem Komposthaufen oder in einer Biogas-Anlage.

Am Arbeitsplatz kann ruhig Besteck vorhanden sein, so kann beim Essen auf Rädern auf Plastikbesteck verzichtet werden. Kurz abgespült ist es im Nu zum Vesper wieder einsatzbereit. Für das immer wiederkehrende Geschenk der Plasteindustrie, den Kugelschreiber vom netten Vertreter gibt es Ersatzmienen. Für den Kaffeebecher aus dem Automaten oder an der Raststätte kann sich allein durch den Verzicht, in Windeseile eine schicke Thermoskanne gekauft werden. Die kühlt im Sommer und liefert im Winter heißen Kaffee, rund um die Uhr.

 Auch wo Papier dransteht ist oft Plastik drin

Der Becher to go in Papier Optik hält nicht was er verspricht. Nur mit Plastik laminiert hält er das frisch aufgebrühte braune Gold im Becher. Jeder muss sich Gedanken machen, denn zuhause fängt der Kampf gegen die Plastikkrise an. Reduzieren heißt es und weiter auf Plastik verzichten. Wir brauchen eine Idee, die uns näher bringt, einen Schritt zu wagen, unsere Ozeane vor der eintretenden Plastikmüll Apokalypse zu bewahren.

In einer Welt aus Kunststoff leben, das hat schwerwiegende Folgen für die gesamte Menschheit!

 Wie so ein ganz gewöhnlicher Tag im Leben von Kunststoff bestimmt wird 

Hi ich bin Tien und blogge gern über alltägliche Problem und aktuell über den Irrsinn der Plastikwelt. Von Saigon über Kairo und Zürich bis in die deutsche Hauptstadt > Plastik!

Jeden Tag komm ich mit Dutzenden, wenn nicht Tausenden von kunterbunten Kunststoffen und deren Polymeren Verbindungen in Berührung. Wenn ich meinen täglichen Ablauf so betrachte, ist das fern vom Paradies auf Erden!

Morgens aufstehen und die Zähne putzen ganz normal, oder? Mit meiner größtenteils aus Nylon bestehenden Zahnbürste geht’s los. Ich öffne meine Duschtür und wie sollte es anders sein, besteht diese eher aus Plexiglas, denn echtes Glas wird kaum noch verwendet.

Vorsichtig mach ich den ersten Schritt und setze einen Fuß in den vorgeformten Bereich meiner Kunststoffdusche. Warum vorsichtig, ich bin empfindlich und reagiere vor allem morgens eher gereizt, wenn etwas außer der Reihe läuft.

Zurück zum Thema. Im Duschbereich habe ich mir einen schicken Saugnapfhalter für meine Utensilien besorgt natürlich aus Plastik. Meine ausgewählten bevorzugten deutschen Pflegeprodukte sind bis auf eine Ausnahme, die in einer Glasflasche steckt, alle in Plastikbehältnissen abgefüllt. Zu guter Letzt sind natürlich auch Mikroplastikpartikel in den Produkten selbst enthalten.

Sobald ich meine heiße Dusche beendet hab versuche ich mein Duschvorleger beim Aussteigen zu erwischen, denn die Fließen sind mir zu kalt. Dieser besteht wie auch mein flauschiges Duschhandtuch zum großen Teil aus „kuscheligen“ Polymer und Rayonen. Da fällt mir ein die Badfliesen haben selbstverständlich auch einen gewissen Anteil an Polymer oder Plastik.

Schnell die Haare fönen die Zeit drängt, der Hand-Haartrockner besteht ebenso aus einer isolierten Plastik Ummantelung. Jetzt kommen wir zur vollendeten Schönheit, die weiblichen Reize sollen ja nicht zu kurz kommen. Schminken ist angesagt, natürlich stecken alle weiblichen Heimlichkeiten in synthetischen Kunststoffbehältern die jeweils mit einer geheimen Mischung synthetischer Materialien versehen worden.

Jetzt wird nach einem Blick in den Spiegel und auf die Uhr. im hübsch anzuschauenden Plastikgehäuse, ein Blick geworfen der hoffentlich noch reichlich Zeit für Kleiderschrank und Frühstück bereithält.

Ein paar schicke Kleider vom Kleiderbügel genommen und schon ist der nächste Kollege-Plaste am Start. Aber nicht nur der Bügel, die meiste Bekleidung enthält auf die eine oder andere Art Kunststoffe aus Polyester. Ob Unterwäsche, Rock, Shirts, Blusen, Söckchen oder Kochschürze Plastik regiert unser aller Leben.

Auf geht’s zur nächsten Etappe, Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages etwa ohne Plastik?

Wenn es in die Küche geht, ist in neun von zehn Fällen mit Sicherheit beim Eintritt ein Bodenbelag mit Kunststoffbeschichtung vorhanden. Auf der noch am Abend vorher polierten Arbeitsplatte das Müsli aus der Plastik Packung zu recht mischen. Aber was ist eigentlich mit meiner Arbeitsplatte und Ihrer? Die meisten bezahlbaren Optionen besten aus Kondensationspolymer, dies wird als Formica bezeichnet. Marmor, Echtholz und Granit sind halt teurer als Kunststoffe. Unsere Töpfe, Pfannen und weiteres Küchenzubehör bestehen häufig aus Teflon und Co.

Zum Müsli gehört Milch, die steht bei mir im Kühlschrank, der Türöffner ist zumindest bei mir nur teilweise aus Plastik. Der übrige Teil verchromt, das nervt mich total, hier muss ich ständig polieren, um die hässlichen Fettfinger und Schlieren wegzubekommen. Hab ich den Milchbehälter in der Hand, so halte ich wieder einen kleinen Teil unserer Plastikwelt in den Händen.

Denn die Verpackung besteht ebenfalls aus Kunststoff! Im Glücksfall ist es ähnlich wie bei Thermobechern für den Kaffee unterwegs, eine äußerliche Papierverpackung mit einer dünnen Kunststoffbeschichtung, um die Flüssigkeit am Austritt zu hindern.

Und täglich grüßt Tante & Onkel Kunststoff

Bei einer kleinen Analyse des eigenen Kühlschranks fällt schnell auf, Chef der kleinen Lebensmittel Kühlanlage ist klar der Kunststoff. Der Großteil aller Verpackungen um die Lebensmittel, die ich jeden Tag esse, sowie die Behälter die zur Aufbewahrung von frischen aber auch verarbeiteten Lebensmitteln dienen, sind ebenfalls aus diversen Kunststoff. Ich bin etwas abgeschweift von meinem Müsli, denn ich schneide gern noch etwas Obst rein oder frische Beeren, die wiederum meistens in Plastik verpackt sind. Auch die Einlage in meiner Besteckschublade besteht, wie ihr Euch sicher denken könnt aus Plastik.

Und so geht es den im Grunde genommen den ganzen Tag weiter.

Das Smartphone, das gerade klingelt, während ich mein Müsli esse, weil ich mal wieder in meiner Welt voller Plastik versunken bin und mein Kollege vergeblich nach mir vor der Haustür Ausschau gehalten hat. Mal wieder zu spät, auch wenn mein Wecker aus Plastik pünktlich geklingelt hat.

Schnell an meinem Polymer Handtuch die Hände abgetrocknet und in meine „Turnies“, die ebenfalls aus Plastik sind. Aber, dieses Modell von einem bekannten deutschen Sportartikel Hersteller habe ich mir bewusst gekauft. Zum einem werden neben den drei Streifen auch alle anderen Teile des Sportschuhs aus Kunststoffen gefertigt, die aus dem Ozean gefischt worden und zum anderen sehen die Treter einfach mal so richtig geil aus. Damit setzte ich wenigstens ein kleines, wenn auch recht preisintensives Zeichen gegen die Verschmutzung unserer Meere.

Ich habe noch schnell meine Lunchbox in meinen Plastikrucksack gepackt und ab geht’s ins Auto. Klar hält mir kein Kavalier die Tür auf, aber das brauch ich nicht, den Kunststoffgriff kann Frau selber betätigen, denn mit Plastik kennen wir uns ja aus.

Ich checke nach einer kurzen Ansage vom frustrierten Fahrer, hat ja mal wieder auf mich warten müssen, meine Nachrichten. Tut mir ja Leid, aber die Zeit zum Morgen reicht mir halt nicht immer aus. Was soll ich machen? Etwa einen zweiten Radiowecker mit Plastikgehäuse kaufen.

Nun aber ab, mir ist erstmal etwas frisch, so drehe ich am Kunststoff Regler erstmal die Temperatur für den Autositz nach oben. So ein beheizter Autositz ist schon was Feines. Ob hier auch Plastik drin steckt? Na klar, aber dazu ein anderes Mal mehr. Ich checke fix meine Mails, mein schickes Handy aus einer chinesischen Ideenschmiede oder doch Plastikschmiede, zeigt mir alles an. 

Im Büro angekommen wartet schon die ein oder andere Kunststoff Zugabe auf mich.

Der Computer, an dem ich sitze und meine E-Mails abrufe und der Telefonhörer und alle anderen elektrischen Komponenten, in denen Plastik untergebracht ist. Von der Verteilerdose über Arbeitsplätze, Kaffeebecher und Kaffeekapseln bis zum Lichtschalter und portionierter Kaffeesahne, bei mir auf Arbeit reagiert, noch vor dem Chef, die Plastik.

Den ganzen Tag im Büro sitzen ist nicht gerade vorteilhaft für eine sexy Figur, für die ich leidenschaftlich arbeite. Ich rackere mir auf Plastikfahrrädern und Plastik Yoga Matten regelrecht den Arsch ab, um in Form zu bleiben. Als Frau will ich natürlich auch im Fitnessstudio eine gute Figur machen und erst recht beim Joggen durch den öffentlichen Park. So ein Baumwoll T-Shirt entspricht heutzutage nicht mehr den ästhetischen Vorstellungen von jedermann. Durchgeschwitzt mit Schweißflecken, wer will das schon.

Für den Traumbody gibt es also das richtige Outfit aus dem richtigen Material. Wie jede Kunststoffverbindung hat auch mein neues Sportdress eine coole Bezeichnung. Ab sofort trainiere in Gore-tex, bei der ganzen Plastik jeden Tag kann ich auch beim Sport nicht mehr darauf verzichten.

Die ultra dünne Kunststoffschicht besteht aus Milliarden von winzigen Poren, so dass Wasserdampf (d.h. mein Schweiß) durch gelassen wird, ohne den Durchgang von flüssigem Wasser zu ermöglichen. Schon interessant, wenn man sich damit beschäftigt, was unsere Tüftler so alles aus Kunststoff mittlerweile herstellen können. Auch im Weltraum auf der ISS gibt es sicher reichlich Plastik.

Nach dem Fitnessclub und einer ausgiebigen Dusche schaue ich auf mein Smartphone, das steckt in einer elegant verzierten Polymer Schutzhülle. Da hat doch tatsächlich mein Freund für heut Abend abgesagt und kommt mich nicht abholen. Da gibt’s nur eins, ab in die Tram und nach Hause. Wie es sich in einer mit Plastik überzogenen Welt gehört, ist der Fahrkarten Automat mit feinsten Kunststoffen ausgestattet, die mich über ein Hightech Touchscreen am Ende mit einer Fahrkarte aus kaminierten Plastik belohnen. Dabei habe ich zu Hause eine Monatskarte, nur dank meines Freunds, der mich schön hat sitzen lassen, liegt die Plastik-ID in meiner Plastikschale für alles wichtige im Korridor.

Nichtsdestotrotz geht es nun endlich Heimwärts, die Straßenbahn ist selbstverstäbdlich randvoll, aber ich erwische noch gerade einen Haltegriff aus Plastik, das es mich nicht beim Bremsen und Beschleunigen umhaut und ich mich auf dem staubigen Kunststoffboden herumsielen muss.

Mein gemütliches Heim bietet mir nun reichlich Vergnügen zum Entspannen. Schnell noch eine Blue Ray Disk abspielen, die am Ende auch nur eine dünne, mit Metall beschichtete Kunststoffscheibe ist.

Nach dem Zähneputzen fall ich total erschöpft in mein kuschliges Kissen mit flauschiger Zudecke. Hier muss ich sagen, synthetische Polymere von Kopf bis Fuß, denn sowohl Kissen als auch Laken haben es auf dem Etikett stehen. Bleib abzuwarten was mir demnächst noch so auffällt. Ich bleibe am Ball und halte Euch am laufenden.